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Lebenslänglich Pole/Polin

Lebenslänglich Pole/Polin
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Nachrichten : 282

Sa 18.03.06 Das Erste 17:03 bis 17:30 Uhr
MEIN POLEN - NEUE SCHLESIER
Aus der Reihe ?Weltreisen?
Film von Robin Lautenbach
Schlesien ist eine Region im Schnittpunkt deutscher und polnischer Geschichte. Auf einer winterlichen Reise begegnet ARD-Korrespondent Robin Lautenbach "neuen Schlesiern": Polen, die sich mit der Region und ihrer Geschichte identifizieren.
Eine junge polnische Familie zieht hoch oben im Iser-Gebirge in ein verlassenes Dorf, ein polnischer Unternehmer restauriert ein verfallenes Schloss, Deutsche aus Niedersachsen werden Landwirte in Oberschlesien, ein Erzbischof sucht Investoren.
Für sie alle ist Schlesien heute eine offene, europäische Region zwischen Deutschland, Tschechien und Polen.

Mo 20.03.06 13:30 bis 14:00 Uhr
NEUE HEIMAT POLEN: DEUTSCHE GASTARBEITER IN POLEN
Ein Film von Eberhard Büssem
"Die Polen sind stark Richtung Westen orientiert. Sie sind sehr wissbegierig auf alles, was aus Deutschland kommt." Jetzt hofft Heike Rosener, "dass die Deutschen genauso nach Polen kommen wie die Polen nach Deutschland". Eine Verlagsleiterin, ein Kabarettist, ein Starfriseur und ein Unternehmer - alle haben ihr berufliches Glück in Polen gefunden. Noch ist es zwar keine umgekehrte Arbeiterwanderung, aber es gibt mittlerweile Tausende Deutsche, die in Polen arbeiten und bleiben wollen. Mehr Deutsche wandern inzwischen nach Polen aus als nach Österreich. Das Wirtschaftswachstum von 6 Prozent wirkt wie ein Magnet. Heike Rosener ist Leiterin des Medienunternehmens "Welt des Buches", das sie zum größten Verlag in Polen ausgebaut hat. Die 36-Jährige will hier bleiben, sie hat in Polen ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Steffen Möller ist zum Studium nach Warschau gekommen und hat es als Kabarettist und Schauspieler zu großer Popularität gebracht. Er ist der Star in dem Pendant zur deutschen Lindenstraße "L wie Liebe" und moderiert die polnische Version von "Wetten dass ...?" Thomas Wolff kam vor sechs Jahren nach Warschau und hat sich als Starfriseur etabliert. Zusammen mit seiner polnischen Frau Jaga betreibt er einen Salon mit inzwischen 36 Angestellten. Das Ehepaar arbeitet auch für Film und Fernsehen und zählt Prominente aus Politik und Medien zu seiner Kundschaft. Thorsten Brüdigam ist Immobilien- und Projektentwickler. Er hat am Sony-Projekt am Potsdamer Platz in Berlin mitgearbeitet und dann eine neue Herausforderung gesucht. Die hat er in Polen gefunden. Dort kann er die unternehmerische Dynamik entfalten, die nach seiner Meinung in Deutschland nicht mehr möglich ist.

Mi 22.03.06 Arte 14:00 bis 14:30 Uhr
ABSOLUT
Themen u.a. Polen - Schwule in Krakau
Dass Radek Oliwa schwul ist, weiß kaum jemand. Niemand bei seiner Arbeit und schon gar nicht in seiner Familie. Der 27-Jährige lebt in Krakau, einer der größten Städte Polens. In dem katholisch geprägten Land ist es bis heute sehr schwierig, Homosexualität offen auszuleben. In einer aktuellen Umfrage äußern sich mehr als 60 Prozent der Polen negativ über Schwule und Lesben. Präsident Lech Kaczynski hält Homosexualität sogar für eine Krankheit. "Absolut" berichtet über das schwierige Leben als Homosexueller in einer polnischen Kleinstadt.

Mi 22.03.06 WDR 14:00 bis 14:45 Uhr
IM WILDEN BALTIKUM (Teil 1)
Wo die Wölfe heulen
Zweiteiliger Film von Nick Upton und Jan Walencik
Wölfe erwecken noch heute im Menschen ureigenste Ängste. Märchen und Legenden ranken sich um sie, Aberglauben und stark überzogene Geschichten verschafften ihnen ein negatives Image. Dies führte zur fast völligen Ausrottung ihres Bestandes in Mitteleuropa. Doch die ausgedehnten baltischen Wälder konnten ihnen bis heute noch ausreichend Lebensraum bieten. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Wölfe auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet waren. Die ausgedehnten Wälder Europas bildeten ihren Jagd- und Lebensraum. Doch mit der fortschreitenden Zersiedlung des Landes, der Entstehung von Städten und Industrie wurde ihnen dieser mehr und mehr genommen. Die Zeit vom siebzehnten bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts reichte, sie fast völlig auszumerzen. Nur in Gebirgsregionen und in Osteuropa konnten sich kleine Populationen noch behaupten - so auch im Baltikum.
Über ein Drittel der baltischen Regionen sind noch mit Wäldern bedeckt. Ein Teil dieser großen Waldlandschaft stellt die letzten Reste des einstigen europäischen Urwaldes dar. In diesen unberührten Gegenden haben Wölfe und andere große Fleischfresser noch Platz zum Rückzug und zum Jagen. Aber auch hier ist eine richtige Wildnis nicht mehr wirklich vorhanden. Die Tiere leben meist nur noch wenige Kilometer von menschlichen Siedlungen entfernt. So verringerte sich allein in den letzten fünf Jahren ihr Bestand um die Hälfte. Etwa 1000 Tiere werden noch gezählt. Obwohl der Wolf den Lebensraum des Menschen meidet, kann es vorkommen, dass er sich den Dörfern im Baltikum nähert. Die Dokumentation beobachtet ein solches Verhalten am Beispiel eines einsamen Exemplares dieser Tiergattung. So findet das hungernde Tier in dem Müll des Dorfes seine Nahrung. Dennoch sind Wölfe menschenscheu und stellen für die Bewohner des Baltikums (und generell für den Menschen) keine Gefahr dar. Jedoch sitzt die Angst vor dem Tier tief. Nicht zuletzt deswegen ist es in der Region erlaubt, Wölfe zu jagen. Hunderte von ihnen werden so jährlich erlegt.
Eine Rechtfertigung für die baltischen Jäger, Wölfe zu erlegen, ist die These, dass ständig neue Wolfsrudel vom Osten her, aus Russland und Weißrussland über die Grenze in das Land eindringen. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass tatsächlich nur ungefähr zwanzig Exemplare im Winter die Grenze überqueren. Obwohl der Wolf ein guter Jäger ist, besteht die größere Gefahr für die im Baltikum lebenden Beutetiere im Braunbären. Dennoch wurde und wird der Wolf für den Rückgang des baltischen Wildbestandes verantwortlich gemacht. Es fehlen jedoch hierfür jegliche Beweise, zumal es der Mensch selbst ist, der zu rege auf die Jagd nach Rehen und Hirschen geht. Der Wolf ist insofern nur ein Sündenbock für die Jagdlust des Menschen.
Aber es finden sich zwischenzeitlich im Baltikum viele Freunde des Wolfes. Laut neuerer Untersuchungen gibt es nur noch wenige Personen, die das Raubtier ausrotten würden. Auch die Fallenstellerei und die Jagd auf das Tier, während der Zeit der Brutpflege, findet keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung. Es besteht also die reelle Chance für eine Vergrößerung oder wenigstens Stabilisierung des Bestandes der bedrohten Tierart. Dennoch sollte man nicht verschweigen, dass die Zukunft des Wolfes in Europa immer noch ungewiss ist. Gerade auch im Baltikum sind die Wolfsrudel stellenweise so klein geworden, dass in einzelnen Regionen nur noch einsame Exemplare durch die Landschaft streichen.

Mi 22.03.06 Phoenix 20:15 bis 21:00 Uhr
Do 23.03.06 Phoenix 07:30 bis 08:15 Uhr und 14:00 bis 14:45 Uhr
ÖSTLICH DER ODER (Teil 1)
Durch die Neumark
Aus der Reihe ?Länder ? Menschen ? Abenteuer?
Ein Film von Wolfgang Wegner
Nicht viel erinnert heute am anderen Ufer der Oder noch an die deutsche Vergangenheit. Nur einige der alten Backsteinbauten haben den Krieg und die Wirren der Nachkriegszeit überlebt. Ostbrandenburg, die Neumark - vergangen, aber nicht vergessen. Ein Kamerateam des Rundfunk Berlin-Brandenburg hat im Spätsommer 2005 Ostbrandenburg und das Posener Land bereist - auf der Suche nach dem Gestern und dem Heute.
Das alte Küstrin gibt es nicht mehr. Nur Ruinen sind von der einstigen Perle der Oder geblieben. Nicht weit entfernt, verborgen im Wald, liegen die Reste der preußischen Festung, auf der Hans-Hermann v. Katte, Jugendfreund Friedrichs des Großen, sein Leben ließ. Ganz in der Nähe, auf Schloss Tamsel, soll der Alte Fritz in jungen Jahren eine Liaison mit Luise Eleonore von Wreech gehabt haben. Tamsel wird heute zu einem Luxushotel restauriert. In Küstrin setzt eine Großbäckerei inzwischen ganz auf Europa, beliefert täglich Läden zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin mit Brot und frischen Backwaren. Das Wahrzeichen von Königsberg i. d. Neumark, oder Choyna, wie es heute auf Polnisch heißt, ist die Marienkirche. Im Krieg wurde sie schwer getroffen und fast vollständig zerstört. Mit Hilfe deutscher Investoren entsteht sie nun wieder zu neuer Blüte. Die Warthe mit einer Länge von mehr als 800 Kilometern ist der längste Nebenfluss der Oder.
Begegnung mit einem Bauern ganz in der Nähe von Landsberg an der Warthe, dem heutigen Gorzow Wielkopolska. Seine Pferde leben vorwiegend im Freien auf den saftigen, an die Warthe angrenzenden Feuchtwiesen. Ein Fährmann erzählt von seinem Alltag am Fluss. Seine Mutter bereitet ein besonderes Fischgericht zu: Brassen auf polnische Art. Besuch bei einem Hopfenbauern in der Erntezeit. Es war Friedrich der Große, der den Anbau von Hopfen in diesem Teil Preußens einführte. Und auch die Anfänge der Korbweidenwirtschaft stammen noch aus preußischer Zeit. In einer Forschungsstation des Zoologischen Instituts der Universität Posen wird das Verhalten von Wölfen erforscht. Durch herrliche Landschaften, vorbei an einsamen Seen und tiefen Wäldern der Netzer Heide geht es nach Posen.

Mi 22.03.06 Das Erste 21:45 bis 22:15 Uhr
EXCLUSIV
Magazin
Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Jeden Tag um 13 Uhr dreht der Lastwagen aus Polen seine Runde. Die Hausdamen der Berliner Luxushotels Adlon, Interconti und Bristol warten schon. Eduard Sawicki, der Fahrer, klappert diese und noch an die 100 andere Hotels ab. 35 Tonnen Wäsche wuchtet er nach und nach in seinen LKW: Handtücher, Bademäntel, Tischtücher, Bettwäsche. Das Ziel: Polen. Im drei Fahrstunden entfernten Gryfino erledigen 400 Angestellte einer großen Wäscherei die Arbeit - waschen, reinigen, mangeln und falten rund um die Uhr. 24 Stunden später hat der Hotelgast seinen Bademantel flauschig zurück. Im deutschen Wirtschaftleben mittlerweile eine kleine, ganz alltägliche Geschichte von Arbeit, die auswandert. Früher haben deutsche Wäschereien in Berlin und Brandenburg die Luxushotels beliefert. Warum heute nicht mehr? Warum fährt die Arbeit heute an denen vorbei, die sie früher gemacht haben? SWR-Autorin Rita Knobel-Ulrich ist auf Spurensuche gegangen. "Was wir dort in Polen veranstalten, könnten wir in Deutschland gar nicht machen", sagt der Geschäftsführer der polnischen Wäscherei, ein Deutscher. Und meint damit, dass jedes Wäschestück von Hand gefaltet wird und sich das Hotel aussuchen kann, ob beim Bademantel der Kragen nach außen oder nach innen gelegt wird, je nach Wunsch des Hotels. Oder die Handtücher: Das Maritim hätte sie gerne fest, das Madison flauschig, das Hyatt die Tischtücher gefaltet, das Dorint hängend. Da dürfe nichts durcheinander kommen, auch nicht bei zig Tonnen Wäsche am Tag. Zudem sei in Polen 24 Stunden am Stück ein Mitarbeiter für die Kunden ansprechbar, "das ist man in Berlin ja auch nicht gewöhnt". Und: Niedrige Löhne seien nicht der einzige Grund, warum diese Jobs von Deutschland nach Polen ausgewandert seien.
SWR-Autorin Rita Knobel Ulrich verfolgt den Weg der Hotelwäsche aus deutschen Luxusherbergen: einmal Polen und zurück. Sie zeigt Menschen diesseits der Grenze, an denen die Arbeit vorbeigeht, und Menschen in Polen, die sie heute machen. Sie spricht mit polnischen Arbeitern und deutschen Arbeitslosen, mit Geschäftsführen und Hotelmanagern. Und fragt, ob es wirklich unausweichlich ist, dass hierzulande der Staat die Arbeitslosigkeit finanzieren muss und die Billigjobs außer Landes gehen.

Do 23.03.06 Phoenix 20:15 bis 21:00 Uhr
Fr 24.03.06 Phoenix 07:30 bis 08:15 Uhr und 14:00 bis 14:45 Uhr
ÖSTLICH DER ODER (Teil 2)
Durch das Posener Land
Aus der Reihe ?Länder ? Menschen ? Abenteuer?
Ein Film von Wolfgang Wegner
Erntedankfest in Krobia in der Nähe von Leszno. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Mit Kutschen geht es zur Kirche, wo die Erntekränze gesegnet werden. Danach führt der Weg in einer feierlichen Prozession zum Festplatz, zu Gesängen und Volkstänzen. Dort ist auch Witold, ein junger erfolgreicher Bauer. Er hat sich auf den Tomatenanbau spezialisiert. Jetzt im Spätsommer werden nicht nur Tomaten, vor allem auch Zuckerrüben und Kartoffeln geerntet - wie überall im Posener Land.
Nicht mehr sehr viel erinnert heute am anderen Ufer der Oder an die deutsche Vergangenheit. Nur einige der alten Backsteinbauten haben den Krieg und die Jahrzehnte danach überlebt. Ein Team des Norddeutschen Rundfunks hat im Spätsommer das Posener Land bereist - auf der Suche nach Geschichten von gestern und heute.
Die nächste Station ist die Stadt Posen, die Metropole Westpolens. Der Marktplatz ist vollständig restauriert und strahlt wieder im alten Glanz. In den schmucken Häusern lebten einst Handwerker und Händler. Ein besonderer Blickfang ist das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Nach Posen und ins Posener Land kamen um 1720 katholische deutsche Einwanderer aus dem Fränkischen, die Bamberger. Im Laufe der Zeit haben sie sich vollständig in die polnische Gesellschaft integriert. Aber noch immer sind sie stolz auf ihre Herkunft.
Weiter geht es zu einer alten Pianofabrik in Kalisz und zu einem Treffen mit einem Fluglehrer in Leszno. An der Grenze des Posener Landes zu Pommern stößt das Filmteam auf eine Überraschung: Nicht nur im äußersten polnischen Osten sondern auch hier gibt es Wisente, die mächtigen europäischen Wildrinder.

Do 23.03.06 NDR 21:45 bis 22:30 Uhr
OSTPREUßENS ZAUBERWALD
Begegnungen in der Rominter Heide
Reportage über einen entlegenen Teil Polens
In diesem Teil des ehemaligen Ostpreußen, der heute Masuren heißt, leben neben Kleinbauern vor allem Waldarbeiter, die im Holzschlag ihr Geld verdienen. Die Menschen hier sind eng verwurzelt mit ihrer Landschaft, die zu den am dünnsten besiedelten Gegenden in ganz Polen gehört. Der Film von Wolfgang Wegner porträtiert sechs Bewohner von "Ostpreußens Zauberwald". Mitten im Herbst, der für viele die schönste Jahreszeit hier ist, zeigt er die Schönheiten der Landschaft und den Alltag derer, die hier leben (Erstausstrahlung). Die Rominter Heide liegt im äußersten Osten von Ostpreußen. Sie galt einst als das bevorzugte Jagdgebiet der Hohenzollern. Wilhelm II., Deutschlands letzter Kaiser, soll hier seinen 2000. Hirsch geschossen haben. Das Lieblingsrevier der deutschen Kaiser wurde nach Hitlers Machtübernahme zu dem der Nazis mit einem Reichsjägermeister Hermann Göring an der Spitze. Heute durchzieht die russische Grenze den Urwald, in dem noch immer Rothirsche, Elche, Luchse und Wölfe leben. Es ist ein naturbelassener Wald mit uralten Eichen, Fichten und Kiefern, mit einsamen Waldseen, Brüchen, Schonungen und Mooren. Der Massentourismus hat hier noch nicht Einzug gehalten. Kurz vor dem Winter ist es in und um die Rominter Heide besonders still. Nur zögerlich beginnt der Tag. Morgennebel hüllt die Heide in ein durchsichtiges, geheimnisvolles Tuch und macht den großen Wald zum Zauberwald. Die letzten Kraniche ziehen nach Süden, Menschen klauben Kartoffeln von den Feldern und machen Holz für den Winter.

So 26.03.06 RBB 19:00 bis 19:25 Uhr
Di 28.03.06 RBB 16:30 bis 17:00 Uhr
KOWALSKI TRIFFT SCHMIDT
das deutsch-polnische Journal

Mi 29.03.06 WDR 00:00 bis 01:00 Uhr
EINE BALTISCHE REISE
Porträt
Gideon Kremer und die Kremerata Baltica
Ein Film von Michael Meert und Lothar Mattner
In Sigulda im Norden Lettlands findet während der Sommersonnenwende das Sigulda Musikfestival statt. 2004 spielte dort die Kremerata Baltica - ein Kammerorchester junger, hochbegabter baltischer Musiker, das sich der Geiger Gidon Kremer 1997 zu seinem 50. Geburtstag "schenkte". Unter Leitung des gebürtigen Letten hat es sich zu einem weltweit beachteten Kammerorchester entwickelt.
Michael Meert und Lothar Mattner haben Gidon Kremer auf dem Musikfestival Sigulda 2004 getroffen.

Mi 29.03.06 WDR 14:00 bis 14:45 Uhr
IM WILDEN BALTIKUM (Teil 2)
Dem Biber auf der Spur
Zweiteiliger Film von Nick Upton und Jan Walencik
Ein bemerkenswertes Comeback gelang den Bibern im Baltikum. Man schätzt den dortigen Bestand inzwischen wieder auf mehr als 150.000 Exemplare. Der Film von Nick Upton und Jan Walencik beleuchtet die Rückkehr der Biber in die baltischen Staaten und zeigt, welche Bedeutung die Menschen heute dem etwa ein Meter großen Nager in der Natur beimessen. Ganz anders sah der Biberbestand noch vor 100 Jahren aus, da lebten in Europa und Asien insgesamt wahrscheinlich nur noch 1000 dieser Tiere. Zu groß war damals die Nachfrage nach ihren Pelzen und dem Bibergeil, einem stark riechenden Sekret, das zur Parfümherstellung und als Heilmittel verwendet wurde. Die zahlreichen Seen, Sümpfe und feuchten Waldgebiete im Baltikum bieten ideale Lebensbedingungen. Selbst trockenes Land wird von den Bibern häufig in Feuchtgebiete umgewandelt. Sie stauen Gewässer an, um gut schwimmen und tauchen zu können und um Nahrung und Baumaterial für ihre Burgen zu transportieren. Es ist für sie lebensnotwendig im Winter unter Wasser an ihre Speisekammern zu gelangen. Vor allem Forstleute mochten in der Vergangenheit diese exzellenten Nager überhaupt nicht, können Biber doch eine Waldlandschaft sehr stark verändern. Viel Holz benötigen sie allein für ihre mächtigen Burgen und ihre teilweise gigantischen Dammbauten. Dafür Stämme selbst von einem Meter Durchmesser umzulegen, macht ihnen nichts aus. Ein Biberbau besteht aus einer oder mehreren Kammern, die trocken bleiben und durch Gänge mit dem Wasser verbunden sind. Die Öffnungen liegen immer unter Wasser - für Räuber nicht zugänglich.
Die Gewohnheit, überall Gewässer anzustauen, flutet das Land und es vernichtet zusätzlich Bäume, weil die Gegend versumpft. Der Schlick, der sich in den Seen absetzt, lässt fruchtbares Ackerland entstehen. Von der unermüdlichen Tätigkeit der Biber profitieren auch andere Tiere. Die Reiher kommen zum Fischen, Frösche finden Laichplätze. Insekten und Krebstierchen können sich in den Gewässern zahlreich vermehren und bilden eine gute Nahrungsgrundlage für Fische. Otter und Flusskrebse können besser gedeihen und die durch die ständige Nässe absterbenden Fichten nutzen den Fischadlern, die auf toten Bäumen rasten und nisten. Selbst Nerze lassen sich gern in den oberen Biberbauten nieder. In langen trockenen Sommern bieten die von den Bibern angelegten Seen vielen Tieren ein lebensnotwendiges Wasserreservoir. So tragen die Biber dazu bei, dass in den vielen stehenden Gewässern und versumpfenden Wiesen ein reichere Artenvielfalt gedeihen kann.
Heute sehen viele baltische Förster die Biberaktivitäten mit anderen Augen, denn neben verschiedenen Tieren und Pflanzen profitieren sogar wir Menschen von den "Holzstapeleien" der Tiere. Von Bibern gefällte Bäume lassen sich noch als Nutzholz verwerten, wobei die Rinde teilweise schon sauber abgeschält ist. Auch zur Reduzierung der Umweltverschmutzung tragen die Nager bei, denn durch das Stauen der Gewässer können sich Bakterien bilden, die Gifte zerstören und somit das Wasser auf natürliche Weise reinigen. Inzwischen hat man auch erkannt, dass Biber das Wachstum von Laubbäumen steigern und somit die Schäden am Nutzholz weniger ins Gewicht fallen.

O 12.03.2006 um 13:32 Uhr Offline Foto-Profil myNickpage myGästebuch Private Nachricht
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